Vernissage der Katze Smaka

Katze mit der Kamera lädt zu Ausstellungspremiere

Die Kunst am Hals

23.11.07 um 16 Uhr: vor der Vernissage.
Sie war die erste Katze in Deutschland, die mit einer Videokamera auf Jagd ging. Jetzt ist Smaka die erste Katze im Land, deren Bilder in einer Ausstellung gezeigt werden. „Vermutlich sogar eine europaweite Premiere“, sagt Prof. Dr. Stefan Bieletzke, Dozent an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld und technisch-versiertes Herrchen von Smaka.

Mit der Videokamera um den Hals war Smaka in zahlreichen TV- und Printmedien zu sehen. Die nicht alltägliche Ausstellung „Kunst? Katze? Kamera? – Smaka!“, die jetzt in der Fachhochschule des Mittelstandes eröffnet wurde, wirft die Frage auf, ob die Bilder der bekannten Katze mit der Kamera auch künstlerisch wertvoll sind.

Prof. Diether Münzberg, Leiter der FHM-Gestaltungsakademie, zieht das durchaus in Betracht: „Natürlich ist die Katze selbst nicht künstlerisch begabt, dieses Kulturgut bleibt uns Menschen vorbehalten. Gleichwohl: Das SMAKA-Projekt generiert Bilder aus der Wirklichkeit mit Hilfe eines dynamischen, lebenden Stativs, das instinktgesteuert die Welt sozusagen von unten beschnuppert.“

Die Ausstellung „Kunst? Katze? Kamera? – Smaka!“ ist bis zum 15. Januar 2008 geöffnet.
(FHM-Galerie der Fachhochschule des Mittelstands - Ravensberger Straße 10G - 33604 Bielefeld)
 
Symbolische Übergabe des Bildes 'Black Sun'
von Prof. Bieletzke (links) an Prof. Münzberg.
Frage: Katzen als Künstler - ist das wirklich ernst gemeint?

Antwort von Prof. Bieletzke: "Was ist Kunst?" ist ein sehr schwieriges Thema. Die Katze als Künstler, das würde ich aber nur mit einem Augenzwinkern sagen wollen, also eher nein, natürlich kein Künstler. Eher ein, auch wenn es etwas lieblos klingt, Stativ auf vier Beinen, dass Perspektive, Motiv und Ausschnitt des Films bestimmt. Aus dem Film werden dann durch mich ja die Bilder bestimmt. Diese Bilder sind nur aufgrund des Verfahrens der Funkübertragung, also in Abhängigkeit vom Standort der Katze, farbverfremdet bzw. pixelig. Insofern sind es "irgendwie" ungewöhnliche Bilder die auf recht ungewöhnlichem Weg entstehen.

Ob das dann Kunst sein kann, ist abhängig davon, welche Kunsttheorie Sie anwenden. Nach gegenwärtiger Kunstsicht kann eine Katze natürlich keine Kunst machen, aber sie kann das Material für Kunst liefern.

Und wenn solch ein Material resp. Bild in einer Ausstellung sich die Menschen fragen lässt "Ist das Kunst?" und jemand ein gutes Argument findet, warum die Bilder keine Kunst sind, dann haben die Bilder von Smaka schon ihren Sinn erfüllt, nämlich, dass Menschen sich fragen, was Kunst eigentlich ausmacht.
 

Prof. Bieletzke erklärt praktisch die Geschichte der CatCam, Publikum sieht sich über CatCam auf dem TV
 


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